So 16.6. - Tag der Stadtnatur - in Billwerder!

Zum ersten Mal beteiligte sich die Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille e.V. mit einem eigenen Angebot am „Langen Tag der Stadtnatur 2024“ am 15. und 16. Juni 2024. Das Schwerpunktthema in diesem Jahr ist „Extrem- und Sonderstandorte“. 

„Artenschwund, Klimaerwärmung und Landnutzungsänderung machen uns weltweit schwer zu schaffen. Besonders betroffen sind in Deutschland die Arten des Offenlandes, wie etwa Rebhuhn, Grauammer und Feldlerche. Sie sind seit Jahrzehnten im Rückgang begriffen. Wie gut ist es, wenn in Hamburg Flächen existieren, auf denen diese Arten noch vorkommen. Solche Flächen gibt es in Billwerder. Hier bestehen vielfältige Lebensräume nebeneinander. Können wir eine Bebauung leisten in einer Zeit des allgegenwärtigen Massenaussterbens von Tier- und Pflanzenarten und der Vernichtung ganzer Ökosysteme?“

 

Die Dorfgemeinschaft Billwärder konnte den Buchautor und Tierökologen Dipl. Ing. Michael Dudek gewinnen, der am
Sonntag, den 16. Juni von 15 bis 17 Uhr
vor Ort zum Thema „Offenland Billwerder“ referierte.


Weitere Informationen zur Veranstaltung in Billwerder:

https://tagderstadtnaturhamburg.de/programm/info.html?id=11240

Plakat zum Langen Tag der Stadtnatur
Plakat zum Langen Tag der Stadtnatur


Feb 24 - Kein Kahlschlag für Feldlerchen

Im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Bergedorf wurde es Ende September 2023 publik: Im Zuge einer vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme (Verlagerung der Brutplätze der Feldlerche) sollten in Billwerder zeitnah 59 Hybridpappeln gefällt und 46 auf 5 Meter gekürzt. Es handelt sich dabei um die zickzackförmige Baumpflanzung hinter dem Reiterhof Graumann. Jeder, der den Mittleren Landweg am Billwerder Billdeich nutzt, sieht diese, die Landschaft bestimmende, Baumreihe.

 

Begründung: Feldlerchen brauchen zur Brut ein weitgehend flaches und unbewachsenes Gelände. Das haben sie dort, wo sie jetzt brüten. Allerdings liegt dieses im Bereich des Plangebiets für Oberbillwerder und der westlichen Erschließung. Durch die Ausgleichmaßnahme soll das Brutgebiet nach Westen verlagert werden. Die von der Motorsäge bedrohten Pappeln stehen dort jedoch zu nahe am geplanten Brutgebiet, denn Feldlerchen als Bodenbrüter verschmähen Baumbestand im Brutgebiet.

 

Warum die Fällung zu diesem Zeitpunkt? 

Eine Ausgleichsmaßnahme muss funktionieren, wenn der Eingriff beginnt. Das bedeutet, dass zur kommenden Brutsaison alles vorbereitet sein muss, damit der Bau von Oberbillwerder zur Brutsaison beginnen kann. Soweit das Kalkül der Planung.

 

Alles  spricht unserer Meinung nach dagegen. 

Hier würde ein Eingriff in die Natur mit einem noch viel teureren Eingriff bezahlt. Feldlerchen sind zwar besonders geschützt. Die Hybridpappeln aber bieten Schutz und Wohnraum für bis zu acht Fledermausarten. Fledermäuse orientieren sich auf ihrem Beuteflug an Knicks, Bäumen und idealerweise an Baumreihen. Viele Fledermausarten, darunter alle in Billwerder vorkommenden, sind streng geschützt. Die Pappel-Reihe weist gemäß eines Gutachtens von 2017 die größte Aktivität von Fledermäusen auf. Eine solche Maßnahme würde sie in Billwerder verschwinden lassen.


Hybridpappeln sind schnell wachsende Bäume, die bis zu 30-40 Meter hoch und im Idealfall bis zu 300 Jahre alt werden.


Der Baumverlust würde nur teilweise ausgeglichen. Unser Standpunkt ist, so interpretieren wir die Baumschutzverordnung, dass die fünfzig Jahre alten und hohen Bäume mit größerem Stammdurchmesser nicht nur eins zu eins durch Jungbäume ausgeglichen werden müssen, sondern im Rahmen ihres tatsächlichen Wertes durch mehrere Jungbäume und das auch noch ortsnah. Geplant ist lediglich, das anfallende Holz und den Schnitt in einem neu angelegten Knick als Ausgleichsmaßnahme zu verbauen.

 

Eine dringend vorgeschriebene biologische Begleitung und Begutachtung der Arbeiten sollte es nicht geben.

 

Das Landschaftsbild Billwerders, das durch die Baumreihe so markant geprägt wird, würde für immer verändert. 

 

Die Dorfgemeinschaft Billwärder meint: ein Skandal!

- weil dadurch bereits Tatsachen geschaffen würden, indem streng geschützte Fledermäuse vertrieben und Bäume gefällt würden.

 

Wir sind entsetzt, dass ohne einen gültigen Bebauungsplan diese Fällung vorab vollzogen werden sollte.

 

Die Dorfgemeinschaft Billwärder setzt sich mit all ihren Möglichkeiten aktiv für den Erhalt der Pappeln ein.

 

Und das hat vorerst zum Stopp der geplanten Maßnahme geführt: 27.2.2024  "Eilantrag einer Umweltvereinigung gegen die Fällung einer Pappelreihe für den neuen Stadtteil Oberbillwerder erfolgreich"!

Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat hier größeren ökologischen Sachverstand gezeigt als die Hamburger Umweltbehörde. 

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Pressemitteilung Dorfgemeinschaft Billwärder
Pressemitteilung der Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille e.V. zum Urteil des Oberverwaltungsgerichts Hamburg
PM Dorfgem Billwerder 2024-02-28.pdf
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Blick vom Mittleren Landweg
Blick vom Mittleren Landweg
Die Pappeln werden bis zu 40 Meter hoch.
Die Pappeln werden bis zu 40 Meter hoch.
In Zeiten der Klimakatastrophe arbeitet Bergedorf mit der Säge.
In Zeiten der Klimakatastrophe arbeitet Bergedorf mit der Säge.
Artenschutz: Wichtige Heimat für bedrohte Fledermäuse und andere.
Artenschutz: Wichtige Heimat für bedrohte Fledermäuse und andere.
Blick auf die Pappeln: Rot= Fällen Gelb= Kürzen (Abb.: Dorfgemeinschaft)
Blick auf die Pappeln: Rot= Fällen Gelb= Kürzen (Abb.: Dorfgemeinschaft)


8.2.24 - kurze Frist für Stellungnahmen abgelaufen

Nach dem Masterplan nimmt das Bebauungsplanverfahren für Oberbillwerder seinen weiteren Verlauf. Am 8.12.2023 erfolgte die Internetveröffentlichung des Bebauungsplanentwurfs "Bebauungsplanverfahren Billwerder 30 / Bergedorf 120 / Neuallermöhe 2 / Lohbrügge 95 (Oberbillwerder)". Am 8.2.24 endete die Frist für Stellungnahmen.

 

Die Veröffentlichung war über 500 Seiten dick, zusätzlich bespickt mit sehr vielen Gutachten und Informationen. Der Zeitraum für ein Studium dieser Unterlagen, inklusive Weihnachtszeit und Jahreswechsel, war dafür sehr knapp bemessen.

Karte des Grauens: Die durch den Bebauungsplan betroffenen Flächen der Kulturlandschaft Billwerder und angrenzende Randbereiche
Karte des Grauens: Die durch den Bebauungsplan betroffenen Flächen der Kulturlandschaft Billwerder und angrenzende Randbereiche
Oberbillwerder stoppen!


Sept 23 - Oberbillwerder erst einmal ohne Tunnel

Eine zeitnahe Umsetzung der Unterführungen von einem Stadtteil Oberbillwerder nach Neuallermöhe ist ad acta gelegt. 

Damit rücken die IBA und alle anderen mit der Planung von Oberbillwerder befassten Institutionen von einem weiteren Prinzip nach dem „autofreien Stadtteil“ ab. Eine „Connected City“ wird es an dieser Stelle zumindest in absehbarer Zeit nicht geben. Dabei wirbt die IBA gerade über ihren Instagramm-Account „Oberbillwerder“ mit „vielfältigen Verbindungen“ zu den benachbarten Stadtteilen. Peinlich, wenn am selben Tag im Bergedorfer Stadtentwicklungsausschuss gerade das Gegenteil präsentiert wird.

Der höchst komplexe Bau der Gleis-Überführungsbauwerke und der Einbau der Tunnelelemente mit erforderlichen Strecken-sperrungen kann frühestens nach der selbst auferlegten fünfjährigen Baupause der Deutschen Bahn ab 2025 und damit erst ab 2031 beginnen und wird mindestens zwei Jahre dauern. 

Inwieweit ein Bau in den 2030er Jahren mit Streckensperrungen des S-Bahn-, Regional- und Fernverkehrs auf der Bergedorflinie und zeitgleichem Bau des Verbindungsbahn-Entlastungstunnels (VET) sowie der erforderlichen und laut der Initiative Prellbock Altona „technisch sehr anspruchsvollen Umgestaltung“ des Knotens Hauptbahnhof überhaupt realistisch ist, scheint zweifelhaft. Dann würden die Verbindungen sogar erst nach Fertigstellung des Großprojekts VET Mitte der 40er Jahre geschaffen.

Das wird eng: Geplante Tunnelverbindung lässt lange auf sich warten.
Das wird eng: Geplante Tunnelverbindung lässt lange auf sich warten.


Aug 23 - Gutachten: Oberbillwerder wird sehr laut!

Klimaschädlich, unökologisch - und nun auch ungesund! Folgt man einem Lärmgutachten, wird sich Oberbillwerder so präsentieren. Lärm ist bekanntlich ein wesentliches Gesundheitsrisiko, insbesondere Straßenlärm. Durch die enorme Zunahme des Straßenverkehrs durch den „Vorzeigestadtteil“ auf 21.000 zusätzliche Autofahrten täglich steigen die Lärmbelastungen vor allem für die Anlieger aller Erschließungsstraßen sehr deutlich, von Verdopplung des Straßenverkehrs in Neuallermöhe und Bergedorf-West bis zu
450% (!) im Raum Bojewiese, Ladenbeker Furtweg!

Wo ohne Oberbillwerder 2.100 Autos fahren würden, sollen es mit dem Zukunftsstadtteil 11.900 täglich sein.
Drei schalltechnische Untersuchungen wurden am 24.8. den Politikern im Stadtentwicklungsausschuss der Bergedorfer Bezirksversammlung vorgestellt. Man geht von einer Zunahme des Straßenlärms in allen Quartieren des Untersuchungsgebietes aus, Such- und Schleichverkehre wurden dabei noch nicht mit untersucht.

Folgen sind enorme Kosten für Schallschutzmaßnahmen an Hunderten von Wohn- und öffentlichen Gebäuden (Kitas, Schulen…) durch Einbau von zwingend vorgeschriebenen Schallschutzmaßnahmen, insbesondere Fenster, allein im Bereich der Erschließungsstraßen.

Folgen sind aber vor allem auch die sinkende Aufenthalts- und Lebensqualität gerade in bisher ruhigen Wohngebieten, durch die enorme Lärmbelastung. Aufenthalt im öffentlichen Raum oder nächtliches Lüften der Wohnung in den erwarteten zunehmend heißen Sommern werden durch den konstanten Lärmpegel kaum mehr möglich.

Durch E-Autos würde der Lärm nicht geringer: „Die E-Fahrzeuge sind nur in extrem langsamer Fahrt wirklich leise“, erklärte Experte Oliver Riek . „Ab 30 km/h übersteigt bei allen Fahrzeugen das Rollgeräusch des Reifenprofils den Lärm des Motors. Und weil die Akkus jedes Elektrofahrzeug deutlich schwerer machen, als das vergleichbare Modell mit Verbrenner-Motor, braucht die E-Variante sogar breitere und damit lautere Reifen.“ Das Lärmproblem des Straßenverkehrs werde künftig also sogar gravierender werden. (Bergedorfer Zeitung 26.8.23)

Geplanter zukünftiger Knotenpunkt: Zufahrt in den östlichen Billwerder Billdeich.
Geplanter zukünftiger Knotenpunkt: Zufahrt in den östlichen Billwerder Billdeich.
Wohngebiet statt Kulturlandschaft. Das führt zu einer starken Zunahme des Verkehrs. In den ersten Jahren z.B. täglich über 180 LKW für die Aufschüttung des Geländes (hier Mittlerer Landweg)
Wohngebiet statt Kulturlandschaft. Das führt zu einer starken Zunahme des Verkehrs. In den ersten Jahren z.B. täglich über 180 LKW für die Aufschüttung des Geländes (hier Mittlerer Landweg)

 

Mehr Information zu der erwarteten Verkehrsbelastung:



Aug 23 - Angst vor Verkehrschaos

Der nächste Rückzieher in der Planung für Oberbillwerder: keine verkehrslenkenden Maßnahmen in Neuallermöhe! Alle bisherigen Versprechen, per Ampel und/oder Rechtsabbiegeverbot sind nun endgültig Makulatur.
Das Hamburger Abendblatt berichtet am 15.8.. Eine Ampel ist aufgrund der Steigung aus dem Tunnel heraus nicht genehmigungsfähig.

Ein paar Minikreisel mehr oder weniger halten niemanden davon ab, den direkten Weg zur A25 durch das dichtbesiedelte Neuallermöhe, an Schule, Kita, Spiel- und Freizeiteinrichtungen einzuschlagen. 

Und außerdem spart der direkte Weg zur A25 fünf Kilometer Umweg, wie die bz schreibt. 

Seit Jahren warnen wir vor dem durch den Mega-Stadtteil entstehenden Autoverkehr. Erst wird ein autofreier Stadtteil versprochen. Dann soll er nur noch „autoarm“ werden. Nun ist er auch das nicht mehr, nachdem der Stellplatzschlüssel letztes Jahr erhöht wurde. Und jetzt diese Absage bei der Verkehrslenkung. Auf welche nicht-überraschenden bösen Überraschungen können wir uns wohl noch einstellen? Dazu würden wir gern mal wieder unseren Offenen Brief vom April 2021 in Erinnerung rufen:

Online-Ausschnitt Bergedorfer Zeitung
Online-Ausschnitt Bergedorfer Zeitung


Sept. 2022 - Rettet Hamburgs Grün

"Nein zu Oberbillwerder" ist Teil der Volksinitiative Rettet Hamburgs Grün. Das Ziel der Volksinitiative ist der Schutz aller großflächigen Grün- und Landwirtschaftsflächen über einem Hektar vor Bebauung und Versiegelung, damit die Natur geschützt  und die Klimakatastrophe gemildert werden. Wir fordern den Hamburger Senat und die Bürgerschaft auf, dies zu stoppen.

Logos Unterstützer Rettet Hamburgs Grün
Übersicht über unterstützenden Initiativen.


absolut tragfähig: Rettet Hamburgs Grün!

Man möchte es hinausschreien: "Rettet Hamburgs Grün!" Der Appell, Grün zu erhalten, wird immer bedeutender. Leider verschwinden immer mehr Grünflächen. Es passiert zu wenig, um diesen Trend zu stoppen - in Hamburg und anderswo.

Auch im Klimaschutz modisch und angemessen im Statement gekleidet.
Die neue Teamware der Volksinitiative „Rettet Hamburgs Grün - Klimaschutz jetzt!“ bietet ein breites Spektrum an Kleidung, Farben und Accessoires für wirklich jede Altersstufe.

 

T-Shirt, Hoodie, Baseballkappe und noch viel mehr  gibt's im Shop. Zeig, was wichtig ist!

 

GRÜN statt GRAU - nur eines von vielen Kleidungsstücken aus dem Shop.
GRÜN statt GRAU - nur eines von vielen Kleidungsstücken aus dem Shop.


Mai 23: Freie und Abrissstadt Hamburg

Die schon länger leer stehende Häuser in Billwerder sollen abgerissen werden: Die Häuser am Mittleren Landweg 49 und 51 befinden sich in der Verwaltung des Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG). Lt. einem Bericht des Hamburger Abendblatts sollen diese Ende 2023 abgerissen werden. Hier soll die westliche Erschließung des Bauvorhabens Oberbillwerder erfolgen: Zuerst werden Sandlaster Unmengen von Sand für die Aufschüttung des Geländes herangefahren. Später soll hier der Verkehr in Richtung Autobahn erfolgen. 

 

Die beiden Häuser seien lt. Senatsantwort der Sozialbehörde im vergangenen Dezember vom Bezirksamt Bergedorf und dem LIG zur Unterbringung von Asyl- und sonstigen Schutzsuchenden angeboten worden. Eine Prüfung habe jedoch ergeben, dass die Häuser für die öffentlich-rechtliche Unterbringung insbesondere aufgrund ihrer geringen Größe und des kurzen Nutzungshorizonts nicht geeignet seien. Die beiden Häuser stehen schon sehr lange leer.


Nach Berechnungen der Verkehrsexperten sollen insgesamt mindestens 20.000 Fahrzeuge pro Tag von und in den neuen autoarmen Stadtteil fahren. Der lange Gehölzstreifen soll zwar erhalten bleiben. Für die Natur und die zahlreichen Vögel wird er deutlich an Wert verlieren, da dieser Bereich seine Ruhe verliert. Das hohe Verkehrsaufkommen würde unmittelbar entlang dieses Streifens verlaufen.

Erzwungener Leerstand: Die zwei Häuser schon seit ca. 2 Jahren unbewohnt.
Erzwungener Leerstand: Die zwei Häuser schon seit ca. 2 Jahren unbewohnt.
Rückansicht: Links verläuft der lange Gehölzstreifen Richtung Nettelnburg.
Rückansicht: Links verläuft der lange Gehölzstreifen Richtung Nettelnburg.


April 23 - Dorfzeitung enthüllt Kostenfalle

Interessantes aus Billwerder gibt es in der DORFZEITUNG. in der Frühjahrsausgabe (99. Ausgabe).

-Natürlich spielt der geplante Bau in Oberbillwerder auch eine Rolle ("Oberbillwerder wird zum Fass ohne Boden"). 

-Stellungnahme der Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille e.V. zur Aufhebung des Bebauungsplans Moorfleet 9/Billwerder 22 -"Deponie Feldhofe". Diese soll um beachtliche 56 Meter erhöht werden.

-Und - wer hatte das gedacht? In Unterbillwerder steht eine Kampfmittelräumung an.

-Klein aber fein entsteht ein neues Stück Natur in einer Buskehre am Mittleren Landweg.

 

Weitere Beitrage über die Homepage der Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille: Billwerder lebt! 

 

Demnächst zum 100. Mal: Titel der Dorfzeitung
Demnächst zum 100. Mal: Titel der Dorfzeitung


März 23 - Turmbau zu Billwerder

Politisches Kabarett in der Bezirksversammlung Bergedorf?Drucksache - 21-1673: „Aussichtsturm für Oberbillwerder Antrag der BAbg. Kramer und SPD Fraktion, der BAbg. Kühl und Grüne-Fraktion und der BAbg. Meyns und FDP-Fraktion:

Oberbillwerder ist eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte in Hamburg und das wichtigste im Bezirk Bergedorf. (...) Für so große Stadtentwicklungsprojekte müsse Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen werden durch umfangreiche Informationen. Aus diesem Grund hatten die Planer des Wiener Hauptbahnhofareals, das mit 109 Hektar Größe etwas kleiner ist als Oberbillwerder, für die gesamte Bauphase des neuen Hauptbahnhofes und des neuen Stadteils [sic] Sonnwendviertel an zentraler Stelle einen Aussichtsturm auf der Südseite des Entwicklungsgebietes errichtet, das sogenannte Bahnorama. (...) Seit einigen Jahren gibt es auch in der Hamburger Hafencity einen View Point.

Das Bahnorama war ein 67 Meter hoher Holzturm mit einer Aussichtsplattform auf 40 Metern Höhe, versehen mit zwei Liften. (...) So gab es zum Beispiel einen 3-D-Simulationsflug, welcher einen virtuellen Flug über das Projektgebiet ermöglichte. Das Bahnorama kostete insgesamt rund 4,7 Millionen Euro und lockte in den vier Jahren Betriebszeit rund 350.000 Besucherinnen und Besucher an. (...) Die damit verbundene Chance eines täglichen Beobachtens der Baustelle wird zu einer höheren Akzeptanz auch des Projektes Oberbillwerder führen. Ferner kann so ein Anlaufpunkt, (...) auch einen touristischen Effekt haben und nicht nur die Bergedorferinnen und Bergedorfer für den Baufortschritt begeistern.(…)".
Kein Aprilscherz, es wurde am 30.03.2023 mit der Mehrheit SPD, Grünen und der FDP in der Bezirksversammlung Bergedorf beschlossen, dass das Bezirksamt ein "Billorama" planen soll und das Ergebnis der Bezirksversammlung im 3. Quartal 2023 vorstellt.

 

Fotomontage: Sandwüste im Gewerbegebiet Neuland / "View Point" Baakenhafen
Fotomontage: Sandwüste im Gewerbegebiet Neuland / "View Point" Baakenhafen

Und das, wo Fußgängerbrücken in Neuallermöhe ersatzlos abgerissen werden sollen und Geld/Personal für Jugendarbeit im Bezirk fehlt. Und seit wann ist es Aufgabe der BV, Marketing für die IBA zu machen? Was wird man sehen können? Heute kann man vom Bahnhof Neuallermöhe schöne Naturbeobachtungen machen, aber wenn erst mal der Sand angefahren ist, dann passiert dort erst mal jahrelang nichts.

 

Ein „gutes“ Beispiel ist Neuland in Harburg, wo Tonnen von Sand alles Leben unter sich begraben haben und seit Jahren nichts mehr passiert. Um einen Eindruck zu gewinnen, wie das aussieht, haben wir mal einen Aussichtsturm in die Sandwüste in Neuland/Harburg montiert. Wirklich ein überwältigender Ausblick, nicht wahr?

Quelle des schlimmen Antrags: Bezirksversammlung Bergedorf 



Feb 23-Rechnungshof rügt Oberbillwerder Planung

Rüge vom Rechnungshof: Viel Kritik zur Planung von Oberbillwerder auf 16 Seiten. Endlich eine Schätzung der Kosten: rund 440 Millionen Euro - nur für die Projektentwicklung! Allein die Kosten der Projektentwicklung haben sich inzwischen fast verdoppelt. Die Kostenschätzung für Sand, Aufschüttungen und innere Erschließung fehlt immer noch.


FAZIT:

- Das Projekt „Oberbillwerder“ ist nicht stringent durchgeführt worden, weil eine übergeordnete Gesamtkoordination fehlte.

- Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) hat keine der Bedeutung des Projekts angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchung vorgenommen und die Bürgerschaft nicht umfassend über den Aufwand informiert.

- Die BSW und die Finanzbehörde haben erforderliche Ermächtigungen nicht projektspezifisch eingeworben.

- Und vor allem: Der LIG (Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen) hat die Grundstücke unter Wert verkauft.

Oberbillwerder Rechnungshof
Auszug Jahresbericht 2023 / Rechnungshof


Jan 23 - Pläne machen Naturschützer fassungslos

„Klimaneutralität von Oberbillwerder: Große Worte, fast nichts dahinter!“ Dr. Christian Gerbich, Naturschutzreferent des NABU, zweifelt an den festgeschriebenen Bewertungsgrundsätzen des Großprojekts, das den Aspekt der Klimaneutralität zwar in seinen Ankündigungen betone, tatsächlich aber gar nicht in den Vordergrund stelle. Hamburgs NABU-Chef Malte Siegert wird sogar noch deutlicher: „Bei Oberbillwerder mit seinen fast 7.000 Wohnungen und rund 15.000 Einwohnern handelt es sich um einen gravierenden Eingriff in Natur und Landschaft. Für eine ansatzweise naturverträgliche Realisierung des Projektes braucht es zahlreiche Nachbesserungen.“

Der NABU Hamburg hatte gemeinsam mit den in der AG Naturschutz Hamburg zusammengeschlossenen Verbänden eine Stellungnahme zum Bebauungsplan-Entwurf Oberbillwerder eingereicht. Die Pressemitteilung vom NABU Hamburg wurde am 27.1. veröffentlicht und von diversen Medien wie NDR oder Hamburger Abendblatt veröffentlicht.

Überschrift Bergedorfer Zeitung: "Pläne machen Naturschützer fassungslos"
Überschrift Bergedorfer Zeitung: "Pläne machen Naturschützer fassungslos"


Juni 22 - Verfassungsklage gegen Retter

Gegen die Volksinitiative „Rettet Hamburgs Grün - Klimaschutz jetzt!“ und das damit geplante Volksbegehren auf Schutz aller Grünflächen, landwirtschaftlicher Flächen, Parks und Kleingärten über 1 Hektar ist vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg Verfassungsklage eingereicht worden. Die Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille und ihre AG Nein zu Oberbillwerder unterstützt die Volksinitiative Beginn an. 

Im Herbst letzten Jahres haben mehr als 14.000 Hamburgerinnen und Hamburger mit ihrer Unterschrift die Volksinitiative unterstützt, so dass für September 2022 das Volksbegehren stattfinden sollte. Das ist nun aufgrund der Klage zunächst ausgesetzt. Ist das Volksbegehren zulässig, wird es entsprechend später nach Abschluss des Verfahrens starten. Das könnte nach etwa einem guten Jahr der Fall sein. Die Klimakatastrophe schreitet derweil auch in Hamburg voran.

 

Hier ist als Reaktion darauf die PRESSEERKLÄRUNG der Volksinitiative vom 26. Juni 2022  zu lesen. 



Feb 22 - Stadtentwicklung und Umweltzerstörung:

Da hat der Bezirk Bergedorf unwahrscheinlich schnell reagiert. Wäre das doch immer so, wenn Bürger mal einen Hinweis macht.
Nur wenige Tage nachdem wir Fotos zu "SCHLECHTE POLITIK - GUT ERKLÄRT" in den sozialen Medien veröffentlichten, wurde die Infotafel Anfang März an der S-Bahn Station Mittlerer Landweg komplett entfernt. Hat da jemand Angst? So ein bisschen Meinungsvielfalt sollte man doch im Bezirk Bergedorf aushalten können. Hier stehen ein paar Wahrheiten im Text, die auf den öffentlichen Oberbillwerder-Veranstaltungen der IBA und ebenso in den IBA-Veröffentlichungen nicht erwähnt werden.


Das Vorgänger-Schild an dieser Stelle gab Hinweise zu Freizeit-Fahrradrouten im Bezirk Bergedorf. Es war hier schon seit ein paar Jahren weg und wurde nicht wieder ersetzt. Nach dieser Informationszerstörung steht die Halterung für das Schild wieder leer und nutzlos im öffentlichen Raum herum. 

Schlechte Politik - gut erklärt: Endlich schreibt die Behörde für Stadtentwicklung und Umweltzerstörung im Klartext!
Schlechte Politik - gut erklärt: Endlich schreibt die Behörde für Stadtentwicklung und Umweltzerstörung im Klartext!


"Baum fällt!" - Östliche Anbindung in Planung

Dezember 21 - Noch schlängelt sich der historische Billwerder Billdeich parallel zur Bille in Richtung Ladenbecker Furtweg. Die Bäume am Wegesrand lassen hier, insbesondere, wenn sie belaubt sind, eine Idylle entstehen. Tier und Mensch schätzen diesen sehr schönen Abschnitt der Deichstraße sehr. So es nach den Planern geht, wird dies demnächst ein Ende haben. Für die Anbindung in den autoarmen Stadtteil sollen viele Bäume gefällt werden. Ein nahegelegener ein Biotop an der Bille ist ebenfalls betroffen. Der Straßenabschnitt wird in diesem Bereich verbreitert und begradigt. Südlich der B 5 soll der Zubringer vor der Brücke Ladenbeker Furtweg in Richtung Bergedorf abzweigen und über den heute bewaldeten Hang verlaufen, so ein Planer im Stadtentwicklungs-ausschuss im Dezember 21. Da sollen also noch mehr Bäume fallen! Über die neue Anschlussstelle sollen defensiv geschätzte 12.500 Autos aus Oberbillwerder pro Tag die B5 erreichen.

Billwerder Bäume
Höhe Billwerder Billdeich 570; mindestens 28 alte Bäume sollen gefällt werden.


18.11.21: Stadtentwicklungsausschuss

Bebauungsplanverfahren Billwerder 30 / Bergedorf 120 / Neuallermöhe 2 "Oberbillwerder". Am 18.11. wurde im Stadtentwicklungsausschuss (Bezirksversammlung Bergedorf) über die westliche Erschließung am Knotenpunkt Mittlerer Landweg gesprochen. Mehrere Anbindungsvarianten stehen zur Diskussion.

Der autoarme neue Stadtteile würde viel Straßenverkehr erzeugen. Da mag man sich nicht ausdenken, was am Mittleren Landweg passieren wird. Das Haus Nr. 51, das mehrere Wohneinheiten enthält, steht schon seit einigen Monaten leer.

Westliche Erschließungsstraße: Die Fahrbahn wird in zwei Richtungsfahrbahnen, mit einer Breite von je 3,25 m, geteilt. Seitlich der Asphaltfahrbahnen werden überfahrbare Randstreifen (Rasengitter/Schotterrasen) vorgesehen. Zwischen den Richtungsfahrbahnen wird eine Sickermulde angeordnet. Von der Fahrbahn durch einen Grün-/Randstreifen getrennt, verläuft der Radschnellweg mit einer Breite von 4,0 m. Die Kronenbreite beträgt insgesamt 20,0 m. Inklusive der beidseitigen Böschungen ist im Bebauungsplan eine Straßenverkehrsfläche mit der Breite von gut 25,0 m vorzusehen.
 

Der lange Gehölzstreifen soll zwar erhalten bleiben. Für die Natur und die zahlreichen Vögel wird er deutlich an Wert verlieren, da dieser Bereich seine Ruhe verliert. Das hohe Verkehrsaufkommen würde unmittelbar entlang dieses Streifens verlaufen.

 

Die erste verkehrliche Veränderung würde mit dem Sandtransport über eine neue Zufahrt am Mittleren Landweg beginnen. Über mehrere Jahre würden tausende LKW-Fahrten stattfinden. Anlass ist die Aufschüttung einer riesigen Menge Sand für den neuen Stadtteil auf Marschboden. So geht Klimaschutz in Hamburg!

Nach Berechnungen der Verkehrsexperten sollen insgesamt mindestens 20.000 Fahrzeuge pro Tag von und in den neuen Stadtteil fahren.

Billwerder Mittlerer Landweg
Lageplan westl. Anbindung, eine Variante (FHH, Bezirk Bergedorf) - Abb. verlinkt
Luftbild Mittlerer Landweg (GeoOnline)
Luftbild Mittlerer Landweg (GeoOnline)


DEMONSTRATION - Sa. 25.09. mit 1.200 Teilnehmern

- Grünflächenschutz in Hamburg-Bergedorf - 

Einen Tag vor der Bundestagswahl machten wir u.a. erneut auf die Bedrohung der Kulturlandschaft in Billwerder mit all ihren Nebenwirkungen aufmerksam.
- 25.09.21/12 Uhr ging es hier los - Treffpunkt S-Bahn Nettelnburg,
  nördl. Ausgang am Friedrich-Frank-Bogen.
- anschließend Demonstrations-Zug nach Bergedorf (ca. 5 Km).

- Abschlusskundgebung am Weidenbaumsweg (CCB / Bahnhof
  Bergedorf)

 

Mach mit! Rette grünen Lebensraum in Hamburg! Verkehrschaos und Überschwemmungsgefahr verhindern! Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen, darf Oberbillwerder nicht gebaut werden!

 

Gute Stimmung und das Wetter spielt auch mit.
Gute Stimmung und das Wetter spielt auch mit.

Wir brauchen deine Hilfe!:

Meldet euch oder nehmt an Gruppentreffen teil. 

 

Wir brauchen Spenden!

 

Wir brauchen deine Unterschrift für die Volksinitiative "Rettet Hamburgs Grün" (s.u.)! Gelegenheit dafür u.a. bei der Demo.

Download
Demo-Flyer Oberbillwerder 2021
Oberbillwerder Demo_0921.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.5 MB
Demonstration 2021 Oberbillwerder
Kurz mal auf die B5: Bergedorf wir kommen!


Mehr Hitze durch Klimakrise + Oberbillwerder

Juli 2021 - Auf öffentlichen Kundgebungen wurden Anmerkungen zu Veränderungen im Mikroklima durch die Bebauung von Oberbillwerder als unerheblich abgetan. Das hätte wenig Auswirkungen auf die Umgebung. Aber richtig untersucht wurde es wohl nicht. Man muss nicht wissenschaftlich ausgebildet zu sein, um die kühlende Wirkung zu erkennen. Nach einem heißen Tag abends eine Fahrradtour um das Gebiet machen - da spürt man die kühlende Wirkung!

Die Abbildung "Kühlleistung des Bodens an Sommertagen" aus Geo-Online zeigt, dass das gesamte Gebiet von Oberbillwerder kühlende und wasserspeichernde Böden beinhaltet. Die graugefärbten Flächen sind Böden mit mittlerer Kühlleistung aufgrund hoher Wasserspeicherfähigkeit sowie möglicher Stauwasserbildung nach Starkregenereignissen. Die blauen Flächen haben eine hohe Kühlleistung, es sind grundwasser-beeinflusste Böden. Es dürfte zu vermuten sein, dass die verbleibenden blauen Flächen durch die Bebauung und die tiefen Eingriffe in die Böden kleiner werden. Insgesamte dürften die versiegelte Fläche von Oberbillwerder dann in gelb erscheinen. Gelb steht für niedrige Kühlleistung. Für die nähere Umgebung, aber auch z.B. den Bereich von Bergedorf und Neuallermöhe dürfte dies zu einer weiteren Erwärmung führen. Und letztendlich hängt alles zusammen: Billwerder kühlt Hamburg und ist auch ein kleiner Teil unseres Planeten!

Kühlende Flächen Oberbillwerder
Billwerder: Kühlleistung des Bodens an Sommertagen. Der rote Rahmen zeigt ungefähr den Bereich Oberbillwerder. Blaue Flächen haben hohe Kühlleistung.

Flächen, die überhitzte Städte kühlen, werden stark an Bedeutung gewinnen. Die rotgrüne Politik in Hamburg ignoriert diese Tatsache. Es gibt ein Ziel und das heißt BAUEN. Risiken und Nebenwirkungen werden außer Acht gelassen. Die Tatsache, dass die urbanen Räume sich stetig mehr erhitzen werden, dass mehr Menschen den Hitzetod sterben (Anteil der Bevölkerung "über 65 Jahre" steigt zeitgleich), spielt keine Rolle. Der häufig herangezogene grüne Loop - die grüne Schleife- wird die negativen Auswirkungen der Bebauung und Versiegelung der Flächen in Oberbillwerder keinesfalls ausgleichen können.



Entwässerung Oberbillwerders weiterhin ungelöst

Juli 2021 - In ihrem aktuellen Oberbillwerder-Newsletter stellt die IBA eine Projektleiterin vor, die lieber Häfen oder Kanäle gebaut hätte. Da ist sie in Oberbillwerder schon mal nicht falsch, hier soll sie immerhin die Sielplanung verantworten. Gleichzeitig wird auf die aktuellen katastrophalen Starkregenereignisse im Westen Deutschlands und den Bergedorfer Starkregen im Mai 2018 hingewiesen. Dies alles wolle man in Oberbillwerder berücksichtigen… Wir möchten uns dazu äußern: Bereits der Himmelfahrt-Starkregen 2018 – welcher natürlich nicht vergleichbar mit den aktuellen Ereignissen ist – hat das gemeinsame Entwässerungssystem von Nettelnburg, Bergedorf-West, Neuallermöhe und Billwerder vollkommen überfordert.

Allein wegen dieser mangelhaften Entwässerung kam es zu den massiven Überschwemmungen in diesen Gebieten. 

Ein weiteres aufgehöhtes und größtenteils versiegeltes Wohngebiet (Oberbillwerder), welches in dasselbe System entwässert, wird in jedem Fall Auswirkungen haben und die prekäre Situation des Entwässerungssystems weiter massiv verschärfen. 

Kleinere Starkregenereignisse können in Oberbillwerder vermutlich teilweise zurückgehalten werden, jedoch keinesfalls solche Regenmengen wie im Mai 2018 oder wie wir sie aktuell im Westen Deutschlands gesehen haben. 

 

 

Oberbillwerder Entwässerung
Unglaublich aber wahr: Durch dieses 1,5-Meter-Loch zwischen nördlichem und südlichem Bahngraben soll ein ganzer Stadtteil entwässert werden.

Wir können uns jetzt schon bildhaft vorstellen, wie die Bewohner Oberbillwerders von den Balkonen ihrer Hochhäuser mit Handykameras die Katastrophe in den Nachbarquartieren filmen und der Senat rätselt, wie es dazu nur kommen konnte. Die IBA verschweigt, dass in Oberbillwerder Böden mit hoher Kühlleistung durch Verdunstungskälte verloren gehen. Oberbillwerder würde Hamburg weiter erwärmen und wäre damit ursächlich für Starkregenereignisse verantwortlich. Experten drängen darauf, Hochwasserschutz und Starkregenereignisse stärker bei der Auswahl von Standorten für Bauvorhaben zu berücksichtigen. 

Auch die Versicherungsbranche fordert im Zuge der Diskussion um die Einführung der Pflichtversicherung gegen Elementar-schäden, dass weniger Baugenehmigungen in Risikogebieten erteilt werden sollen. 

Eine weitere versiegelte „Hochebene“, die darüber hinaus über ein bereits bei Starkregen überlastetes System entwässern soll, bedroht die Entwässerung aller umliegenden Ortsteile (Neuallermöhe, Nettelnburg, Billwerder und B-West). Bis zum Beweis des Gegenteils bewerten wir dies als Gefahrenpotenzial, sei es für Hab und Gut und, wenn es ganz unglücklich läuft, auch für Menschenleben.

Wir fordern daher erneut einen sofortigen Stopp der Planungen zur Bebauung Oberbillwerders!

Gez. Die Bürgerinitiative Nein zu Oberbillwerder

Starkregen Oberbillwerder
Die Wiesen von Oberbillwerder, einige Tage nach dem Starkregen am 10. Mai 2018.


Juli 21 - Klimawandel in HH? Für immer versiegelt.

S-Bahn Allermöhe Uberschwemmung
Ende Juni 2020: überschwemmte Unterführung S-Bahn Allermöhe (Foto: Facebook)

Extremwetter, steigende Hitze in den Städten, Starkregen. Aktuell gibt es hierzu in Deutschland traurige Nachrichten  und zahlreiche Opfer. Die Zerstörung und Versiegelung der Kulturland-schaft in Billwerder erscheint in diesem Zusammenhang eine schlechte Entscheidung der Rot/Grünen-Regierung für die Zukunft Hamburgs zu sein. Wir haben die Sorge, dass sich Erschließung und Bebauung von ca. 159 Hektar Offenland und die daraus erfolgenden Versiegelungen negativ auf die Wasserhaushalte der umliegenden Wohnquartiere auswirken. Schon jetzt stellen die Folgen des Klimawandels und die damit verbundenen häufigeren Extremwetter-Ereignisse die umliegenden Siedlungen vor große Herausforderungen. Das Konzept für die Wasserwirtschaft bezieht sich nur auf Oberbillwerder. Berechnungen über die Auswirkungen für die umliegenden Quartiere (Neuallermöhe, Nettelnburg, Allermöhe, Moorfleet, Bergedorf-West), die auch übers Schöpfwerk Allermöhe entwässern, gibt es nicht.

Es wird befürchtet, dass es dort zu einer starken Veränderung der Wassermenge kommt. Durch die Bebauung von OBW gehen 150 Hektar natürlicher Regenwasser-Rückhaltung und -versickerung verloren. Trotz neuer künstlicher Rückhaltebecken wird die Menge des in den Hauptwässerungsgraben Allermöhe abgeleiteten Regenwassers um ein Vielfaches erhöht. Es besteht die Gefahr, dass sich auch der Wasserstand in den

Neuallermöher Fleeten erhöht. Zum Schluss wird alles zusammen über das Schöpfwerk Allermöhe in die Dove Elbe gepumpt. Dies würde die umliegenden Stadtteile und Siedlungen stark gefährden, insbesondere die alten, meist ohne richtiges Fundament gebauten Häuser im Dorf Billwerder und in der alten Siedlung Nettelnburg. Ein Gutachten des Wasserverband Nettelnburg aus 2020 hat ergeben, dass jeder Zentimeter Wasserstandserhöhung in den Fleeten Neuallermöhes Auswirkung auf die Entwässerungsfähigkeit (also auf die Leistungsfähigkeit des Grabensystems) der Siedlung Nettelnburg hat und die Anwohner vor zum Teil unlösbare Probleme stellen würde.


Juni 21 - Der Pilger fliegt über Oberbillwerder

Pilger Billwerder
Quelle: Der Pilger

Er hat eine Drohne und dokumentiert damit bedrohte und zerstörte Flächen in Deutschland: Der Pilger.

Am 11.6. war er zu Besuch in Hamburg und hat u.a. auch die Fläche von Oberbillwerder überflogen. Er vermittelte einen noch anderen Blick und Perspektive auf eine Sache. Das ist sehr beeindruckend. Wir bedanken uns für diese Unterstützung!

Billwerder Luftaufnahme
Fotos, Videos und gutes Wetter über Billwerder.

YouTube-Kanal von Der Pilger.
Mit vielen Beispielen, wo etwas schlecht läuft. Und mit vielen Menschen, die möchten, dass es wieder gut läuft. Nun leider auch mit Videos aus Billwerder.



Juni 21 - Noch mehr Grünflächenklau in Billwerder

Auf der Suche nach einem Ort für die Schausteller, die vom Brennerhof weg sollen, ist eine ökologisch wertvolle Feuchtwiese am Dweerlandweg ins Visier der Stadtentwickler geraten.
Diese Fläche ist nach dem Biotopkataster eine wertvolle Heuwiese mit der Bewertung 5(!). Ein Teil der Fläche ist darüberhinaus eine Grünfläche, die nach dem Vertrag für Hamburgs Stadtgrün nicht bebaut werden darf.
Gerade in diesem Bereich hatten die Naturschutzverbände sich schon zu Beginn des Bebauungsplanung für die benachbarte JVA für einen verstärkten Amphibienschutz stark gemacht.
Die Fläche ist der niedrigste Punkt im Gebiet um die Kiesteiche. Sie liegt bei -0,4 bis -0,53 NHN. Also eine richtig schöne feuchte Wiese! Ideale Bedingungen für seltene und unter Schutz stehende Insekten, Amphibien und Wiesenvögel wie Feldlerche, Wachtelkönig, Bekassine, Wiesenpieper, wie wir sie in Billwerder (noch!) haben. Auch der Storch braucht Wiesen wie diese, um sich und seine Jungen zu ernähren.
Damit die Schausteller ihre Wagen dort aufstellen können, müssen die Wiesen trockengelegt, angeschüttet und befestigt werden. Für Fauna und Flora bleiben dort keine Überlebenschancen.
Einstimmig(!) wurde am 2.Juni im Stadtentwicklungsausschuss (SEA) beschlossen, dass der Hauptausschuss (HA) ermächtigt wird, das Verfahren einzuleiten. Ist sich niemand über den ökologischen Wert dieser Fläche bewusst?!?
Geht es um die freiwerdenden Flächen am Brennerhof, die die Schausteller räumen sollen? Schließlich lassen sich die sehr gut für Gewerbe vermarkten...
Die Einleitung des B-Plan-Verfahrens ausgerechnet in die Sommerferien zu legen, sagt schon einiges über dieses Projekt aus...

 

Betroffenheit, unmittelbar       - uns erreichte ein Schreiben -

 

Moin,

ich bin Schreber am Dweerlandweg. Mit den Jahren habe ich die umliegenden unberührten und auch Kultivierten Ecken immer besser kennen und lieben gelernt.

So viel ich kann, unterstütze ich die umliegende Fauna und Flora nach bestem Wissen. Erst jetzt, nach Jahren, stellen sich kleine Erfolge ein.

Hier und da, ein paar Arten und Anzahlen mehr. Entgegen jeder Vernunft soll nun Natur vernichtet werden. So gut ich kann, möchte ich diesen Irrsinn verhindern.

 

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Das Bild rechts entstand nach einem netten Plausch mit dem Pächter der Heuwiese. Er ist nur zwei mal im Jahr darauf und mäht sie für seinen Reiterhof. Er war gern bereit, einen Streifen stehen zu lassen, damit ich dort dauerhaft eine Bienenweide anpflanzen kann.

 

 

 

 

Dweerlandweg Moor
Bei der Fläche handelt es sich um ein Moor!
Quelle: GeoOnline
Quelle: GeoOnline
Rechts der A1 liegt die JVA. Am unteren Ende der Elipse ist die Bahnstrecke.
Rechts der A1 liegt die JVA. Am unteren Ende der Elipse ist die Bahnstrecke.
Dweerlandweg
Ringelnatter am Dweerlandweg
Dweerlandweg
Wiese, Weide - kleines Glück für Tier, Insekt und Mensch


5.4.21 - Offener Brief mit starken Bedenken

In einem offenen Brief gehen wir auf Problemfelder ein, die unmittelbar die aktuelle Lebensrealität der angrenzenden Wohnquartiere von Oberbillwerder betreffen. Die bisherige Planung wird zu einer Verschlechterung der Wohn- und Aufenthaltsqualität führen. Dies betrifft insbesondere zwei Bereiche: Verkehr   und    Entwässerung.

 

20 Initiativen und Interessenvertretungen aus ganz Hamburg unterstützen unsere Forderungen und haben den Brandbrief mit unterzeichnet.

Wir appellieren hiermit eindringlich an Politik und Behörden, alle Alternativen – vor allem auf bereits versiegelten, nicht optimal genutzten Flächen (z. B. Hauni-Parkplatz, Bergedorf) – für dieses Megaprojekt gewissenhaft zu prüfen und den klima- und lebensraumgefährdenden Flächenfraß in Billwerder endgültig zu beenden.

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kurzes Anschreiben zum Offenen Brief Oberbillwerder
Anschreiben offener Brief OBW.pdf
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Download
Offener Brief zur Planung Oberbillwerder
Offener_Brief_OBW_21_04_05.pdf
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April, April - Kehrtwendung bei den GRÜNEN?

Es war ein Aprilscherz - leider!:

 

1.4.2021 Wenn das stimmt, sind unsere Aktivitäten bald nicht mehr notwendig: Die Grünen Hamburg besinnen sich anscheinend auf die Werte, die eigentlich in den Genen der Partei liegen sollten: Näheres dazu im Zeitungsbericht rechts. Wir sind gespannt, wie sich das weiterentwickelt.


Falls die Bebauung nun doch nicht stattfinden sollte, hier die Liste einiger (insges. 75) Bewohner, die sich sehr darüber freuen würden: Bekassine, Blaukehlchen, Bluthänfling, Eisvogel, Feldlerche, Feldschwirl, Gartenrotschwanz, Gelbspötter, Grauschnäpper, Haussperling, Kiebitz, Knäkente, Kuckuck, Nachtigall, Rebhuhn, Rotschenkel, Schilfrohrsänger, Stieglitz,

Sumpfrohrsänger, Wachtelkönig, Wiesenpieper, Wiesenschafstelze, Schwarzkelchen, Dorngrasmücke, Gelbspötter, Goldammer, Rohrammer,Grasfrosch, Moorfrosch, Braunfrosch, Seefrosch, Teichfrosch, Teichmolch, Kammmolch, Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler, Rauhautfledermaus, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Kleine Bartfledermaus, Wasserfledermaus, Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler, Kliener Abendsegler, Braunes Langohr, Schöne Erbsenmuschel, Flusskugelmuschel, Große Erbsenmuschel, Gewöhnlicher Odermennig, Hunds-Straußgras, Weinberg-Lauch, AckerFuchsschwanz, Schwarznessel, Roggen-Trespe, Fuchs-Segge, Rauhes Hornblatt, Zartes Hornblatt, Sumpf-Blutauge, Gewöhnliches Kammgras, Sumpf-Weidenröschen,

Kleinblütiges Weidenröschen, Sonnenwend-Wolfsmilch, Wasserfeder, Dreifurchige Wasserlinse, Straußblütiger Gilbweiderich, Wild-Apfel, Weiße Seerose, Berchtolds Laichkraut, Kamm-Laichkraut, Haar-Laichkraut, Ranunculus auricomus agg. (Artengruppe Gold-Hahnenfuß), Spreizender Wasserhahnenfuß, Schwarze Johannisbeere, Krebsschere, Zottel-Wicke. 

Es handelt sich um Namen von Bewohnern, die per Gutachten festgestellt wurden. Die Meisten davon stehen auf der Roten Liste.

Andere nicht so seltene Namen sind noch gar nicht aufgeführt, z.B. Insekten. Die Promis der Fläche, die "Weiße Rehe" finden sich natürlich auch nicht der Liste. Ebenso die Landwirte in dieser Region.  Und die Bodenbewohner, wie z.B. der Regenwurm oder Maulwurf. Und der Boden an sich nebst seinen Mikroorganismen. Keine Lobby - also weg damit? Das scheint sich nun ja doch zu ändern. Vielen Dank, liebe Grüne Hamburg - wir zählen auf auch!



Jan 2021: Weiße Rehe und heile Welt in Billwerder

Das soll es bald nicht mehr geben: Weiße und dunkle Rehe im Billwerder Schnee. Vielleicht stehen sie im geplanten "Grünem Quartier"...  (Quelle SHZ - CityNewsTV)
Das soll es bald nicht mehr geben: Weiße und dunkle Rehe im Billwerder Schnee. Vielleicht stehen sie im geplanten "Grünem Quartier"... (Quelle SHZ - CityNewsTV)

Sie sind die tierischen Stars in der bedrohten Billwerder Kulturlandschaft: die Weißen Rehe!

Selbst aus der S-Bahn erkennt man sie auf den Wiesen als weiße Punkte. Wenn Oberbillwerder gebaut wird, verschwindet der zentrale Lebensraum für diese Tiergruppe. In den letzten Wochen tauchten sie ein paarmal in Zeitungen, Radio und den sozialen Netzwerken auf. Es ist gut, dass auch sie dazu beitragen Aufmerksamkeit für das drohende Unheil zu erzeugen. Stehen die Rehe doch auch für andere Vertreter auf dieser Fläche, die man aber kaum einmal sieht, deren Namen man vielleicht noch nie gehört hat (Gelbspötter, Flusskugelmuschel, Sumpf-Blutauge...). Es ist schützenswerte Natur, häufig in Rote-Arten-Listen vertreten. Die Hamburger Regierung und ihre "Bauherren" erwähnen diesen Punkt nicht. Im Vordergrund steht eine Natur, die sich Grüner Loop nennt - und gut ist es! Hamburg rühmt sich für Klimabewusstsein und macht bei dieser Riesen-Umweltsünde kurz mal die Augen zu. Ein bedeutender Lebensraum ungefähr so groß wie der Hamburger Stadtpark wird unwiderruflich zerstört. Es gibt ja Ausgleichsmaßnahmen!  Wir brauchen Wohnungen! Trotz stagnierender Einwohnerzahlen und einem noch nicht absehbaren Wandel bei der Nachfrage nach Büroraum. Das Klima verändert sich. Städte werden sich stärker erhitzen. Für die Bewohner urbane Räume werden Grünflächen immer wichtiger.

 

Der Cartoon von Martin Etienne zeigt auch auf das geplante Oberbillwerder. Der laienhafte Blick auf die Fläche trügt: Es ist nicht bloß ein wertloser Acker mit ein bisschen Landwirtschaft! 

Martin Etienne - der Mensch macht sich seine Natur
Martin Etienne - der Mensch macht sich seine Natur


Beiträge 2019 / 2020 -> siehe Untermenü

Arbeitsgemeinschaft
„Paradies Billwerder erhalten“
der Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille e.V.
Billwerder Billdeich 254 · 21033 Hamburg